back home 03. Jun 2001
Tourbilanz: 2 Monsunregen, 1 Hagelschlag, 1 Orkan. Aber unbeschadet wieder zurückgekehrt. Was gab’s für Entdeckungen ? Bonn hat zwar keine Regierung mehr, aber dafür einen Plattenladen mit relativ gediegenem Ambiente. Scheinbar werden dort aber eher nur die Jünger Sven Väth’s bedient. Das ergab zumindest ein kurzes Linsen durch die mit Platten gepflasterte Schaufensterscheibe. Die eine oder andere Elektronika/Downbeat/Easy Listening Platte, aber ansonsten größtenteils so die Frankfurt-Ibiza-Techno-House-Schiene. In der groove gibt’s immer einen netten Comic der diese partycrowd ganz treffend karikiert.
web woche 01. Jun 2001
Eine Woche lang aus Gründen akademischer Zukunftsfindung das web abgesurft. Mehrere Hundert Seiten nach Schlüsselbegriffen abgesucht und ab und an stehengeblieben, dabei jedoch nur höchst selten etwas wirklich interessantes entdeckt. Was für die Augen gibt’s auf jeden Fall mal bei greenworks. Naja, ansonsten klingen die Folgeschäden gerade ab. Aufgrund unergonomischer Sitzhaltungen den Nacken verkrampft und den Rücken geschunden. Zur Abwechslung jetzt erstmal wieder ein wenig real world. Mit dem Radel von Colognia gen Süden via Rhein. Das sollte den www-overflow-geplagten Kopf wieder klar machen.
kleine sprachschule #3 29. May 2001
“Schauspieler und Tänzerin (m./f.) Die zunehmende Nivellierung der verwalteten Welt steigert die Sehnsucht nach Andersartigkeit. Besonders Aufmerksamkeit erfreut sich deshalb die bunte Schar von fröhlichen Querdenkern und dynamischen Kreativen, die unser Dasein ein Stück weit lebenswerter machen. Doch wie sind sie nur dahin gekommen, fragt sich der in den Niederungen der normalen Geschäftswelt krauchende Normalbürger nicht ohne eine gehörige Spur von Neid, Mißgunst, und Mißtrauen. Die Antwort gibt der Lebenslauf. ‘Der Vater war Schauspieler, die Mutter Tänzerin, lautet die übrigens verdächtig häufige Erklärung. Das ist gemein und ungerecht. Gemein, weil man schließlich nichts dafür kann, wenn die Eltern nur Steuerberater in Wuppertal-Oberbarmen und Gleichstellungsbeauftragte in Rosenheim waren. Ungerecht, weil die Querdenker und die Kreativen schließlich auch nichts dafür können, daß ihre Eltern Schauspieler und Tänzerin waren.” (Roland Kaehlbrandt, Deutsch für Eliten)
radio music bashing 27. May 2001
Air verkaufen sich wie warme Semmeln. Trotzdem würde ich sie nach oberflächlicher Betrachtung ihrer musikalischen Entwicklung nicht als kommerziell bezeichnen. Ich habe nicht das Gefühl, dass sie versuchen es vielen Leuten recht zu machen.The Virgin Suicides war in seiner Melancholie wohl kaum so leichte Kost wie Moon Safari. Jetzt kommt Ende Mai 10.000 Hz Legend raus. Vorher wird jedoch erstmal fröhlich auf das allgemeine Radioprogramm eingedroschen, es könnten ja sonst beim independent-ideologisch sensibilisierten Menschen womöglich unberechtigte Verdachtsmomente hinsichtlich ihrer Authentizität aufkommen. “Interviewer: In ‘Radio Number One’ gibt es eine Textzeile ‘eject musical trash’. Was ist mit dem Musikmüll? Wo kommt er her, wer schafft ihn ab? Air: ‘Radio Number One’ ist eine freundliche Kritik, bei der es um die internationale Karaoke der gegenwärtigen Bewusstseinsindustrie geht. Die meiste Musik ist auf schreckliche Weise fröhlich, kommt formatiert und gleichförmig daher. Mach das Radio an, und 80 Prozent von dem, was du hörst, klingt absolut grauenhaft. Es gibt eine Menge kommerziell erfolgreicher Musik, die sich gut anhört. Wir mögen Hip Hop. Aber allgemein ist kein Gefühl in der Musik des Alltags, da ist nur Kälte, die auf den Markt gespuckt wird, entstanden an den Fertigungsstraßen der Musikindustrie.” Interessieren würde mich jetzt noch mit welcher Betonung und mit welcher Mimik diese Aussage getroffen wurde. In eine ähnliche Kerbe schlägt Blurs Damon Albarn: “Pop sollte grundsätzlich eine intelligente und kreative Erfahrung sein. Im Moment ist meistenteils das Gegenteil der Fall. Pop ist dumm. Am absoluten Tiefpunkt. Was es aber wirklich beängstigend macht, ist, dass es oberhalb des Undergrounds so gut wie keine Ausnahmen mehr zu geben scheint. Das schien mir mal anders. Als ich noch ein Kid war, da hörte ich zum Beispiel Bands wie die Talking Heads, The Specials oder die späten Clash.” (beide Spex 05/01) Dem Eindruck, dass es heutzutage wesentlich mehr Dummheit in den Charts gibt als in den vorherigen Dekaden kann ich mich trotz fehlender Vor-Erfahrung auch nur schwer entziehen, lasse mich da aber gerne von jemand älteren Jahrgangs eines besseren belehren. Will ja schließlich nicht zu der ignoranten, pauschalisierenden früher-war-alles-besser-Fraktion gehören.
2 days of citylife 26. May 2001
Vorteile:
- 4 min. U-Bahn Takt anstatt 30min Bus Takt
- Kioske sind dann offen wenn normale Läden geschlossen haben
Nachteile:
- Distanzen auf dem Stadtplan können kleiner erscheinen als sie es tatsächlich sind
- 5 penetrante Schnorrer auf 100m in der Innenstadt